Hamburg

Letzten Freitag war ich in Hamburg. Die HU Docs haben eine Exkursion gemacht, der ich mich freundlicherweise anschließen durfte. Es ging ans DESY, dem Deutschen Elektronen-Synchrotron, und zu Airbus.


Das DESY besteht aus mehreren Beschleuniger-Ringen, die miteinander verbunden sind, um Teilchen schrittweise beschleunigen zu können. Am DESY sind diese Ringe mit Frauennamen benannt, HERA, PETRA… (hm, Physiker benennen große Ringe, in denen superschnell Teilchen fliegen, mit Frauennamen… was würde Freud dazu sagen ;-)) Es gab einen langen einführenden Vortrag, der zwar gut strukturiert war und interessant vorgetragen wurde (und sicher nicht zum ersten Mal), ich hätte mir allerdings mehr Führung erwartet. Einige von uns -insbesondere die nicht-Naturwissenschaftler- waren etwas gelangweilt. Als wir schließlich zum eigentlichen Beschleuniger gebracht wurden, ging es weiter mit Erklärungen und Frage-Antwort-Stunde, die auch mitunter interessant war, aber die eigentlichen Beschleuniger-Rohre bekamen wir leider nicht zu sehen, da Experimente stattfanden und sie aufgrund der austretenden Röntgen(Synchrotron)-Strahlung hermetisch abgeschlossen waren. 1000€ kostet eine Stunde an einer Beam-Line für Privatpersonen und Firmen(!) Zum Glück gingen wir auf dem Weg zur Kantine durch die Experimentier-Halle, dabei gab es dann noch kurz Gelegenheit die Technik und ein paar Forscher bei der Arbeit zu bewundern.

Erwähnenswert wäre noch, dass wir ein Schild zum EBI EMBO entdeckten und uns erklärt wurde, dass sie mit ihren Röntgen-Lasern nicht-kristalline Proteinstrukturen aufklären könnten. Man könne z.B. auch einzelne Viren strukturell aufklären. Wie sie das machen, ist mir nicht ganz klar geworden, aber es verspricht eine interessante, neue Methode für die Biochemie zu sein.


Danach ging es zu Airbus. Wir bekame erneut eine Gruppenführung und durften wir den Produktionsprozess der A320- und A380-Produktlinie bewundern. Es war ziemlich beeindruckend, wie groß die Flugzeuge und insbesondere die Teile des A380 tatsächlich sind. Das Seitenruder an der Heckspitze beispielsweise hat die doppelte Fläche meiner Wohnung(!). Das Winglet – die kleine, nach oben gewandte Spitze der Flügel – hat beim A380 immernoch die Größe von 1-2 Küchtentischen. Und Carbon-Faser-verstärkter Kunststoff ist wirklich unerwartet leicht. Leider war es nicht gestattet, Fotos zu machen – ein ärgerlicher Umstand, den ich nicht nachvollziehen kann: Es gab dort offenkundig keine Geheimnisse zu entdecken und in einige Hallen durften wir ohnehin nicht rein. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass ich mich wohl in Zukunft deutlich wohler fühlen werde in Airbus-Flugzeugen, auch wenn die Hülle nur aus ein paar Millimeter dickem Aluminium besteht. Die durchorganisierten Arbeitsstraßen und die professionelle Arbeitsumgebung weisen auf sorgfältige Ingenieurs-Leistung und „deutsche Qualität“ hin, sowohl was die offenkundig durchdachte Planung der Abläufe, als auch die Ausführung der Konstruktion betrifft.

Nach den Führungen hatten wir noch etwas Zeit, in einem indischen Süßigkeiten-Laden vorbeizuschauen. Indische Süßigkeiten sind total anderst als europäische! Muss man mal probiert haben.

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