Möbelbehandlung mit Leinölfirnis

Unbehandeltes oder frisch abgeschliffenes Holz ist saugfähig und ggf. weich. Entsprechende Möbel sind daher empfindlich z.B. gegenüber Flüssigkeiten, Kaffeetassenränder u.ä. sickern ins Holz ein und bleiben dauerhaft sichtbar, ebenso wie Kratzer. Um dies zu vermeiden, sollte das Holz vor der Benutzung behandelt, also lackiert oder eingeölt werden.

Besonders umweltverträglich und gesundheitsschonend ist die Anwendung von Leinöl bzw. der vorgekochten Variante: Leinölfirnis, die im Baumarkt erhältlich ist. Dabei handelt es sich um ein Naturprodukt, das reich an ungesättigten Fettsäuren und daher zur Polymerisierung fähig ist. Oxidation mit Luftsauerstoff führt zur Quervernetzung der Triglyceride im Leinöl. Leinölfirnis ist eine honiggelbe, viskose Flüssigkeit ohne künstliche, chemische Lösungsmittel.

Das Holz sollte vor dem Einölen frisch abgeschliffen werden, damit das Öl einsickern kann. Lackierungen behindern das Einölen. Öberflächen sollten glatt und gleichmäßig abgeschliffen sein, da das Leinöl durch seine Farbe und unterschiedliche Eindringtiefen den Farbeindruck z.B. von Kratzern verstärken kann und sie dadurch u.U. hervorhebt.

Die Leinölfirnis wird mit einem Pinsel entlang der Maserung des Holzes aufgetragen. Überstände sollten nicht verbleiben, sondern mit dem Pinsel verteilt oder mit einem fusselfreien Tuch oder Lappen abgewischt werden. Die Trocknung an der Luft dauert 1-3 Tage. In dieser Zeit wird die Oberfläche zunächst klebrig, dann hart und wasserabweisend. Das Möbelstück sollte nicht in staubreicher Umgebung getrocknet werden. Die Trocknung kann durch den Zusatz von Sikkativen beschleunigt werden. Dazu zählen Wasserstoffperoxid oder Orangenöl, das in gelöster Form mit einem Zerstäuber und ggf. unter Zuhilfenahme eines Pinsels auf der frisch behandelten Oberfläche in geeigneter Konzentration aufgetragen werden kann. Alternativ kann es auch zuvor in das Leinöl gemischt werden.

Der Vorgang wird solange wiederholt, bis das Holz das Öl nicht mehr aufnimmt bzw. bis der gewünschte haptische und/oder optische  Eindruck erzielt ist.

Der Trocknungsvorgang ist am charakteristischen Leinöl-Geruch erkennbar, der verschwindet, wenn das Öl ausgehärtet ist. Im Gegensatz zur Lackierung bleibt die Struktur des Holzes nach der Behandlung mit Leinölfirnis haptisch spürbar.

Zu Beachten:

  • Nur in gut belüfteten Räumen einölen. Dämpfe können Müdigkeit verursachen.
  • Nur mit neutralen Reinigungsmitteln putzen. Säuren (z.B. Essigreiniger) lösen das Öl auf.

Literatur:

3230 mal insgesamt angesehen, 3 mal heute angesehen.
Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.