Debian über Peer-to-Peer installieren

Eine Debian-Installation besteht aus einer aufeinander abgestimmten Liste von installierten Paketen, die über einen Paket-Manager verwaltet wird. Die Installation von Software geschieht üblicherweise durch Installation des entsprechenden Pakets und ggf. dessen Abhängigkeiten (abhängige Pakete). Diese Pakete werden von einem Mirror des Debian-Projekts über HTTP oder FTP heruntergeladen.

Nicht selten haben heutzutage private Haushalte breitbandige Internetanschlüsse, die Download mit einer wesentlich höheren Rate erlauben, als Mirror es üblicherweise im Upload bereitstellen können. Bei der Frage nach einer Erhöhung des Durchsatzes kommen Peer-to-Peer-Netzwerke in den Sinn. Sie basieren auf dem Prinzip, dass beliebige Hosts, welche über eine Resource, z.B. ein Debian-Paket verfügen, dieses mit gewisser Geschwindigkeit zu einem danach fragenden Host hochladen. Durch die Vielzahl der Hochladenden steigt beim Nachfragenden die Download-Geschwindigkeit.

Das Peer-to-Peer-Prinzip eignet sich auf den ersten Blick sehr gut für das Teilen von Debian-Paketen, da Pakete üblichweise nach der Installation nicht gleich wieder gelöscht, sondern in einem Cache-Verzeichnis vorgehalten werden (/var/cache/apt/archives/), ein Verzeichnis das keine Nutzer-Daten enthält und daher grundsätzlich ohne größere Bedenken öffentlich weitergeteilt werden könnte.

In der Tat gibt es bereits einen Ansatz hinsichtlich der Verwendung von Torrent: DebTorrent. Allerdings hat das Torrent-System hier einige Nachteile, z.B. wegen der vielen vergleichsweise kleinen Pakete (vgl. vorheriger Link).

Mit apt-p2p ist es anscheinend auch möglich, Debian-Pakete dezentral organisiert von anderen Debian-Nutzern zu laden, die an einem System verteilter Hash-Tabellen teilnehmen (DHT).

Ein anderer Ansatz für das Peer-to-Peer-Laden von Debian-Paketen bietet das Metalink-Protokoll. Dabei kann eine ursprüngliche, angefragte Quelle mit einer Liste von alternativen Bezugsquellen für dieselbe Resource antworten. Das Debian-Repository scheint Metalink zu unterstützen. Zumindest kann man mit dem Werkzeug apt-metalink scheinbar von mehreren vorkonfigurierten Mirrors gleichzeitig herunterladen (siehe auch aria2).

Nennenswert in diesem Kontext sind auch noch apt-proxy, apt-cacher, apt-cacher-ng und approx.

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