Virtuell und physikalisch dieselbe Windows 7-Installation verwenden

Linux-Nutzer kommen leider zuweilen in die Verlegenheit, Windows-Systeme einsetzen zu müssen, weil eine bestimmte Software nur für Windows zur Verfügung steht. Glücklicherweise lässt sich für solche Zwecke Windows 7 in einer virtuellen Maschine (KVM) installieren, sodass man weiter unter Linux arbeiten kann und Windows sicher abgekapselt benutzen kann.

Diese Lösung hilft leider nicht bei Anwendungen, die zwingend OpenGL bzw. DirectX benötigen. Man erkennt solche Programme daran, dass Bereiche des Programmfensters, in denen man visuelle (3D-) Ausgaben erwartet, leer bleiben, was daran liegt, dass die Anwendung versucht, die Grafikkarte zum Rendern des Inhalts zu verwenden, was aber in der virtuellen Maschine nicht darstellbar ist. Ein Beispiel für solche Software ist Altium (etwa ab der Version 14).

Microsofts Software-Rendering-Lösung löste das Problem leider nicht.

Auch die Verwendung sowohl des Spice- als auch des VNC-Displayservers konnten keine Abhilfe schaffen.

Bleibt doch nur eine physikalische Windows-Installation. Nachdem Windows 7 unverhältnismäßig groß ist (>30GB), möchte man natürlich ungern zwei Windows 7-Installationen haben. Hier stellt sich die Frage: Lässt sich die physikalische Installation mit der virtuellen kombinieren, sodass dasselbe System physikalisch bootet, aber auch als virtuelle Maschine unter Linux eingesetzt werden kann?

Bei Linux-Installationen würde die Antwort lauten: Ja natürlich, das ist problemlos möglich. Unter Windows sieht es schon deutlich komplizierter aus.

Zwar gelingt es, die physikalische Festplatte als Medium für die virtuelle Maschine einzubinden und darauf Windows 7 zu installieren. Das installierte System bootet danach aber auch nur in der virtuellen Umgebung. Das Booten als physikalisches System bricht beim Windows-Logo ab. Im umgekehrten Fall, dem Booten des physikalisch installierten Windows 7 in der virtuellen Maschine, erscheint ein Bluescreen mit Fehlermeldung:

* STOP: 0x0000007B (INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE)

Der Fehler kommt vermutlich dadurch zustande, dass sich der SATA-Controller zwischen Installation und Booten verändert: Einmal ist es der physikalische, einmal der virtualisierte, ein VirtIO-Gerät. Möglicherweise hilft die Installation eines VirtIO-Treibers unter Windows:

Vielleicht schafft auch die Version 4.4 des Linux-Kernels Abhilfe:

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